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Internes und externes Benchmarking

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<< Zieldefinition als relative Ziele - Stretch Targets >>

Benchmarking

Benchmarking ist im weiteren Sinne als ein Vergleich mit Anderen zu sehen, um zu lernen, was machbar ist.

Im Gegensatz zum Betriebsvergleich, geht es hier weniger um die Betrachtung von Durchschnittswerten, sondern um den Vergleich mit den Besten.[1] Deren Handeln kann dann analysiert werden und Ansatzpunkt für Verbesserungen werden.[2]

Benchmarking im Beyond Budgeting

Im Beyond Budgeting nimmt Benchmarking eine Schlüsselposition in der Formulierung relativer Ziele ein.[3] Dies setzt jedoch die Vergleichbarkeit von verschiedenen Einheiten voraus. Aus diesem Grund hat die Formulierung von Kennzahlen in diesem Zusammenhang einen wichtigen Stellenwert. Sie sollten so gestaltet sein, dass sie einen fairen Vergleich verschiedener Einheiten erlauben. Einflussfaktoren, wie die Filialgröße oder die Lage, sollten weitgehend eliminiert werden. Das Unternehmen Ahlsell misst beispielsweise die Vertriebseinheiten an der Umsatzrendite und am Umsatzwachstum. Diese Verhältniszahlen zeichnen sich durch eine bessere Vergleichbarkeit als absolute Zahlen aus.[4]

Ausrichtung am Wettbewerb durch Benchmarking

Die Zielsetzungen aufgrund externer Benchmarks sorgt dafür, dass sich das Unternehmen und die einzelnen Bereiche am externen Wettbewerb ausrichten.[5] Der externe Leistungsvergleich ist die relevanteste Zielbestimmung überhaupt. Letztendlich muss sich das Unternehmen gegen die externe Konkurrenz durchsetzen.[6]
Eine weitere Möglichkeit ist die Zielausrichtung am internen Wettbewerb. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Unternehmen, die viele relativ homogene Einheiten haben. Beispielsweise könnten die einzelnen Filialen eines Filialnetzes miteinander verglichen werden. Jeden Monat wird für das ganze Unternehmen mittels Ranglisten transparent gemacht, wer an welcher Stelle steht. Die Filialen können sich also Ziele relativ zum internen Wettbewerb setzen.[7]

Internes Benchmarking

Interne Benchmarks eignen sich besonders gut zum Einsatz in Unternehmen, mit vielen homogenen Einheiten. Eine Vergleichbarkeit der Einheiten ist hier im Normalfall relativ einfach herzustellen. Bei Unternehmen, die sich durch überwiegend heterogene Einheiten auszeichnen, gestaltet sich der interne Vergleich entsprechend schwieriger. Pfläging rät in solchen Fällen generische Maße wie Effizienz, Qualität oder Sicherheit zu verwenden.[8] Fraglich ist jedoch, ob generische Maße den einzelnen Einheiten gerecht werden können. Es geht beim Benchmarking immerhin nicht darum, zwischen verschiedenen Einheiten irgendwelche vergleichbaren Aspekte zu nutzen. Die verwendeten Kennziffern müssen die Leistung der Einheit widerspiegeln.

Motivation durch Benchmarking

Nichtsdestotrotz können auf Benchmarking aufbauende Ziele bei richtiger Anwendung hoch motivierend wirken. Auch wenn die Ziele anspruchsvoll gesetzt sind, so wissen die Einheiten, dass sie realisierbar sind, da sie bereits von Anderen realisiert wurden. Verstärkt wird die motivierende Wirkung durch einen „Wettkampfgeist“, der unternehmensintern entfacht werden soll. Zentralistisch vorgegebene, fixe Zielsetzungen können bei den umsetzenden Einheiten schnell unerreichbar und praxisfern wirken.[9]

Risiken beim Einsatz von Benchmarking

Schäffer und Zyder warnen jedoch davor, dass die Zielorientierung an Benchmarks zu „einem risikoaversen, kurzsichtigen Folgerverhalten führen [kann], wie es bei (an relativer Performance gemessenen) Fondsmanagern häufig zu beobachten ist.“[10] Dementsprechend ist beim Benchmarking darauf zu achten, dass Handlungen vom „best in class“ als Anregung zur eigenen Leistungsverbesserung zu sehen ist, nicht jedoch als Kredo. Um beim Segeln ein schnelleres Schiff zu überholen, kann man entweder dem Schiff folgen und darauf hoffen, dass die Mannschaft einen Fehler macht oder man setzt auf einen anderen Kurs und hofft sich so an die Spitze zu setzen. Häufig erfordert der zweite Weg aber mehr Selbstvertrauen.

Ob jedoch Benchmarking in Beyond Budgeting zur Formulierung relativer Ziele oder innerhalb der traditionellen oder „verbesserten“ Budgetierung verwendet wird, in jedem Fall liefert Benchmarking für das jeweilige Unternehmen wichtige, steuerungsrelevante Informationen.